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  • Acrobat-Script: Formatierung in Kommentaren auszeichnen

    English readers:
    For an english version of this page, please visit the GitHub repository page here: https://github.com/TobiasWantzen/CommentFormattingToText
     

    Mit diesem von mir entwickelten Javascript können Sie alle Formatierungen in Acrobat-Kommentaren in getaggten Text umwandeln. Diese werden als reiner Text in das InDesign-Panel »PDF-Kommentare« transportiert und können bei der Korrektur berücksichtigt werden, ohne zwischen InDesign und Acrobat hin und her wechseln zu müssen.

    › Direkt zum Download

    Warum dieses Script?

    Korrektor:innen ersetzen auch immer wieder eine Korrekturstelle durch neuen, teils umfangreicheren Text. In diesen neuen Texten werden auch Formatierungen genutzt: bold, italic, unterstrichen, durchgestrichen, hoch-/tiefgestellt, Farbe, Schriftart, Schriftgröße in allen beliebigen Kombinationen – zumal hier auch gern Textteile per Copy & Paste aus einer Textverarbeitung in das Kommentarfeld übertragen werden.

    Kommentare in Acrobat sind Rich-Text-Felder, können also Formatierungen enthalten, werden in das InDesign-Panel »PDF-Kommentare« aber leider nur als reiner Text übertragen (Stand heute, 6. Juli 2021, bis inklusive InDesign 2021). Damit geht die gesamte Formatierung verloren, ohne dass es der Korrekturausführende merkt. Er muss immer wieder zwischen InDesign und Acrobat wechseln und aufmerksam die Kommentare in Acrobat anschauen, um ja keine Formatierung zu übersehen.

    Das Script schafft hier einen Workaround und richtet sich an die Korrekturausführenden: Sobald ein Korrekur-PDF vorliegt, können per Script die gesamten Formatierungen in den Kommentaren in getaggten Text umgewandelt werden.

    Acrobat vor und nach Skriptlauf
    Acrobat-Kommentare vor (links) und nach (rechts) dem Scriptlauf

    Damit sind nach dem PDF-Kommentar-Import alle Kommentar-Formatierungen im InDesign-Panel (und in den ausgeführten Korrekturstellen) sichtbar.

    InDesign ohne und mit getaggten Kommentaren
    Das InDesign-Panel »PDF-Kommentare« ohne (links) und mit (rechts) per Script vorbereiteten Kommentaren

    Kostenloser Download

    Laden Sie das kostenlose Script zum Auszeichnen der Kommentar-Formatierungen in Acrobat hier herunter:

    [Version v1.0, als zip verpackt, 3kB]

    Sie finden das Script nun auch auf GitHub.

    Nutzung

    Nach der Installation finden Sie das Script im neuen Acrobat DC mit einem Klick auf die Symbolleiste:
    »Werkzeuge > Add-ons / Zusatzprogramme«.

    Das Script zeichnet alle Formatierungen in den Kommentaren nach folgendem System aus:

    ikursiv (italic)
    bhalbfett (bold)
    uunterstrichen (underline)
    sdurchgestrichen (strikethrough)
    subtiefgestellt (subscript)
    suphochgestellt (superscript)
    • Die Tags werden zur besseren Sichtbarkeit in doppelt-geschweifte Klammern gehüllt, z.B. {{i}}Text in kursiv{{/i}}.
    • Mehrfachauszeichnungen werden durch ein „-“ getrennt zusammengehängt, z.B. {{b-i}}Text in halbfett und kursiv{{/b-i}}.
    • Wenn der Fettungsgrad der Schrift nicht 700 (= halbfett/bold) ist, wird der Fettungsgrad an das b-Tag angefügt (400 = normal/regular wird ignoriert), z.B. {{b600}}Text in viertelfett/semi-bold{{/b600}}.

    In InDesign können die Formatierungen nach der Korrekturausführung entweder per Hand oder mittels GREP gesucht und korrigiert werden.

    Als eine mögliche Basis kann dieser GREP dienen:

    GREP Suche: \{\{([biusbpan\d-]+\}\})(.+)\{\{/\1
    GREP Ersetze: $2

    Damit springen Sie einzeln von einem Vorkommen der Format-Tags zum nächsten. Der GREP löscht lediglich die Format-Tags. Als Arbeitsablauf würden sich die Schritte 1–3 so lange wiederholen bis keine Format-Tags mehr gefunden werden:

    1. Springe zum nächsten Vorkommen.
    2. Ersetze.
    3. Zeichne per Hand mit der korrekten Zeichenstilvorlage aus.

    Senden Sie mir gern Feedback oder Verbesserungsvorschläge zu!

    Installation

    Nutzen Sie bitte die Installationsanleitung auf GitHub:
    https://github.com/TobiasWantzen/CommentFormattingToText#installationsanleitung

  • Interpunktionen und Sonderzeichen eingeben unter Windows, MacOS und Linux

    Eine exzellente Übersicht, wie Interpunktionen und Sonderzeichen unter den Betriebssystemen Windows, MacOS und Linux einzugeben sind, finden Sie auf dieser auch sonst empfehlenswerten Seite:

    http://typefacts.com/tastaturkuerzel

  • Textstellen im InDesign-Layout ausblenden

    Um Textstellen auszublenden, bietet InDesign seit CS4 die Funktion »Bedingter Text«. Doch spezielle Anforderungen wie Durchsuchbarkeit, Textexport ohne weitere manuelle Eingriffe usw. sind bei ausgeblendetem bedingten Text nicht möglich und benötigen kreative Workarounds. In diesem Artikel finden Sie Tricks, die Ihnen neue Impulse zur Lösung Ihrer speziellen Produktionssituation geben können.

    Sie können hier eine IDML-Datei zu diesem Artikel herunterladen:

    Ausblenden mit »Bedingter Text«

    Für Textteile, die im Printlayout nicht sichtbar sein dürfen, nutzen Sie üblicherweise die Funktion »Bedingter Text« (im Menü »Fenster« unter »Schrift und Tabellen › Bedingter Text«).

    Vorteile: Mit »Bedingter Text« lassen sich alle Zeichen – auch Absatzzeichen oder im Textfluss verankerte Objekte – über einen Klick auf das Auge-Symbol ein- oder ausblenden. Des Weiteren bleibt jede zeichenbasierte Formatierung erhalten.

    Nachteile: Wenn bedingte Texte ausgeblendet sind, lassen sie sich nicht mehr durchsuchen. Es gibt dann nur noch die Möglichkeit, den Text im InDesign-Layout zu lesen, indem Sie im Bildschirmmodus »Normal« (»Ansicht › Bildschrimmodus › Normal«) im Modus »Verborgene Zeichen einblenden« des »Schrift«-Menüs den Cursor über dem Sonderzeichen für bedingten Text ruhen lassen. Nach kurzer Zeit öffnet sich ein kleiner gelber Kasten (mouse over) mit dem Namen und dem Text der ausgeblendeten Bedingung.

    Ausgeblendeten bedingten Text kurzzeitig sichtbar machen
    So sehen Sie den Inhalt eines ausgeblendeten bedingten Textes: Schweben Sie einfach bei eingeblendeten verborgenen Zeichen bewegungslos mit dem Mauszeiger über der Marke für bedingten Text. Die richtige Stelle zu treffen, ist leider nicht ganz einfach.

    Auch sind ausgeblendete bedingte Texte in einem nachgelagerten (z.B. RTF-)Export auch wirklich nicht enthalten und müssen – sofern Sie als Text mitexportiert werden sollen – dafür immer manuell eingeschaltet werden.

    Trick 1: Textteile ohne »Bedingter Text« ausblenden

    Wollen Sie also ausgeblendete Texte durchsuchbar halten, müssen Sie mit einem Trick arbeiten, der vor den bedingten Texten in jedem Layoutprogramm zum Standardrepertoire eines Setzers gehörte:

    Erstellen Sie eine Zeichenstilvorlage z.B. mit dem Namen »hiddenText« oder erstellen Sie eine Variante der Absatzstilvorlage mit dem Namenszusatz »_hidden« und den folgenden Einstellungen:

    • Grundlegende Zeichenformate:   Schriftgröße 0,1pt;  Zeilenabstand 0pt;  Unterstreichen Aus;  Durchgestrichen Aus
    • Erweiterte Formate:   Schriftbreite 1%
    • Zeichenfarbe:   »[Ohne]«(!) für Füllung und Kontur

    Zeichnen Sie die betreffenden Textstellen mit der neuen Stilvorlage aus. Damit sind sie ausgeblendet, durch eine Suche in InDesign oder im PDF-Export aber weiterhin auffindbar. (Wollen Sie die Fundstelle nach dem Auffinden lesen, öffnen Sie in InDesign einfach den Texteditor über das Menü »Bearbeiten › Im Textmodus bearbeiten«.)

    Der große Nachteil der Nutzung einer Zeichenstilvorlage liegt auf der Hand: Alle zuvor auf Zeichenbasis veränderten Bereiche innerhalb Ihres versteckten Textes werden überschrieben. Wollen Sie die Formatierungen erhalten, benötigen Sie pro enthaltenem Zeichenstil eine Variante mit dem Namensanhängsel »_hidden« und müssen diese sorgfältig zuweisen.

    Außerdem lassen sich so keine verankerten Objekte ausblenden. Auch ganze Absätze verschwinden zu lassen, bedarf im Einzelfall noch ein wenig mehr Justage als allein »Zeilenabstand: 0pt«. Zu diesen beiden Anforderungen sind zwei weitere Tricks nötig …

    Übrigens:  Sollten Sie jetzt noch kleine graue Striche an den Stellen der ausgeblendeten Texte sehen: Das ist der Bildschirmdarstellung geschuldet. In der Separationsvorschau (zu finden über das Menü »Fenster« unter »Ausgabe › Separationsvorschau«) als dem Druck ähnlichste Bildschirmdarstellung oder einem exportierten PDF sind diese Berechnungsfragmente verschwunden.

    Trick 2: Zusätzlich verankerte Objekte ausblenden

    Wollen Sie auch ein verankertes Objekt in der Printausgabe verschwinden lassen, wählen Sie es mit dem Auswahlwerkzeug (schwarz gefüllter Pfeil in der Werkzeugpalette) an und verstecken es über den Menübefehl »Fenster › Ausgabe › Attribute: Nicht druckend«.

    Auch das können Sie in einem Objektstil, z.B. »hiddenObject«, mit den folgenden Einstellungen sichern:

    • Textumfluss und Sonstiges › Rubrik »Sonstiges«: Nicht druckend

    Auch hier gilt wieder: Pro verwendetem Objektstil brauchen Sie einen neuen mit dem Namenszusatz »_hidden«.

    Trick 3: Zusätzlich ganze Absätze ausblenden

    Ganze Absätze auszublenden funktioniert mit »Zeilenabstand: 0pt« nur dann, wenn Sie die Absätze nicht am Grundlinienraster ausgerichtet haben (Am Raster ausrichten: Ohne). Sofern Sie also üblicherweise am Grundlinienraster ausrichten, wird es etwas komplizierter:

    Weisen Sie der ersten Zeile des nachfolgenden Absatzes oder dem ganzen nachfolgenden Absatz einen Zeilenabstand zu, der mindestens 0,01pt kleiner ist als der Abstand des Grundlinienrasters. Idealerweise hinterlegen Sie das natürlich in der Definition der Absatzstilvorlage – hier die Beschreibung, um nur den Abstand der ersten Zeile zu verringern:

    • Erstellen Sie zunächst ein neues Zeichenstilformat, z.B. »ZABminus«, mit dem verringerten Zeilenabstand als einziger Einstellung (bei 12pt ZAB also mit 11,99pt oder weniger).
    • Definieren Sie dann in der betreffenden Absatzstilvorlage unter Initialen und verschachtelte Formate: Neues Zeilenformat »›ZABminus‹ für 1 Zeile«

    So wirkt sich der kleinere Zeilenabstand nur auf die erste Zeile des Absatzes aus und lässt diesen auf die Grundlinie des versteckten Absatzes »springen«.

  • Wortzwischenraum

    Ein möglichst harmonisches Satzbild (eine optisch gleichmäßige »Grauwirkung«) ist das Ziel des hochwertigen Buchsatzes. Durch die Nutzung unterschiedlich breiter Wortzwischenräume (feste oder flexible) nähern wir uns diesem Ideal. Dabei sind zumindest zwei Punkte beachtenswert:

    Die optische Annäherung
    Ein Punkt am Ende eines Satzes darf ruhig einen optisch größeren Raum verursachen: Er ist das Ende einer abgeschlossenen Sinneinheit und es beginnt die nächste. Aber Abkürzungen innerhalb eines Satzes sollten sich unauffällig integrieren. Hier hilft nur, den Wortzwischenraum der Abkürzung so weit zu reduzieren (also in der Breite zu verringern), bis er optisch dem normalen Wortzwischenraum ähnelt.

    Das Zusammenhalten semantischer Einheiten
    Ferner sollten semantische Einheiten (also Sinneinheiten) innerhalb eines Satzes am Zeilenende nicht unschön aufgetrennt werden (z.B. »6 ‹Zeilenumbruch›Kilometer« – oder gar als Abkürzung: »6 ‹Zeilenumbruch›km«). Hier versuchen wir, durch den geschickten Einsatz von geschützten Wortzwischenräumen ein Umbrechen zu verhindern.

    Klassifikation der Abstände (Zwischenräume)

    KürzelBeschreibungSatztechnik
    WZRWortzwischenraum 
    (Keil, Space, Leerzeichen, Leerschritt, Leerstelle, Leer, Abstand, Zwischenraum)
    Basiswert in »Abstände« – Wortabstand, Optimal: 100% (an Schriftart angepasst)
    gWZRGeschützter WZR 
    (= flexibel, nicht-trennend)
    Bis InDesign CS2:
    Zeichenstil: ‹Kein Umbruch› aktiviert (in: »Grundlegende Zeichenformate«)
    Ab InDesign CS3:
    programminternes Zeichen »Geschütztes Leerzeichen« nutzen
    RedWZRReduzierter WZR 
    (= flexibel, trennend, verringert)
    Zeichenstil mit verringerter Schriftbreite (an Schriftart angepasst)
    gRedWZRGeschützer RedWZR 
    (= flexibel, nicht-trennend, verringert)
    Bis InDesign CS2:
    Zeichenstil: ‹Kein Umbruch› aktiviert; verringerte Schriftbreite (an Schriftart angepasst)
    Ab InDesign CS3:
    Programminternes Zeichen »Geschütztes Leerzeichen« und Zeichenstil mit verringerter Schriftbreite (an Schriftart angepasst)
    Festabstand

    Festwert
    (Spatium, Festabstand, Gevierte; = fester, nicht-trennender Abstand, wird im Blocksatz nicht ausgetrieben)

    Programminterne Gevierte verwenden: 
    1/1 – 1/2 – 1/4 – 1/6 – 1/8 – 1/24 – usw. (je nach Anwendungsfall)

    Verwendung

    Die verschiedenen Zwischenräume werden genutzt, um semantisch zusammengehörige Worteinheiten bzw. Abkürzungen optisch anzunähern und ein unschönes Auftrennen am Zeilenende zu vermeiden. Verschiedene Wort-(Zahl-)Kombinationen weisen ein unterschiedlich starkes Streben nach innerem Zusammenhalt auf:

    Rang
    (im Streben nach Einheit)
    BeispieleSatztechnik
    1   o [= wenig]sechs KilometerWZR
    2   +6 KilometergWZR
    3   ++griech. PhilosophRedWZR
    4   +++2. Weltkrieg
    z. B.
    gRedWZR
    5   ++++ [= stark]100 000
    20 000
    50 %
    Festwert 1/8 Geviert

    Beispiele

    • Hrg. v. Hugo Ernst   →   Hrg.[gRedWZR]v.[RedWZR]Hugo Ernst
    • J. R. R. Tolkien   →   J.[gRedWZR]R.[gRedWZR]R.[RedWZR]Tolkien
    • er soll / sie sollte   →   er soll[gRedWZR]/[RedWZR]sie sollte
    • er sollte/wollte   →   er sollte/wollte
    • Mr. Green   →   Mr.[gRedWZR]Green
  • Korrekturlesen digital

    Voll-digitale Arbeitsabläufe bieten viele Vorteile. Häufig hakt der Ablauf aber, weil die meisten Korrektoren, Redakteure und Lektoren noch immer auf Papier korrigieren und redigieren.

    Natürlich lassen sich kollationierte Papierfahnen einscannen und digital versenden – ein kleiner Schritt in die richtige Richtung. Das i-Tüpfelchen ist allerdings, direkt in dem PDF zu korrigieren und zu redigieren, das vom Dienstleister geliefert wird. Dazu bieten sowohl die Acrobat-Vollversion als auch der aktuelle Reader XI geeignete Kommentar-Werkzeuge.

    Wie diese Tools präzise, einheitlich und damit effizient eingesetzt werden, erläutert Andreas Düpmann in seinem »Leitfaden für das Korrigieren im PDF«, den er als kostenlosen Download zur Verfügung stellt.

    Der Leitfaden ist ein Auszug aus seinem Seminar »Strategien für effizientes Korrekturlesen«, mit dem er in Deutschland, Österreich und der Schweiz unterwegs ist: www.besser-korrektur-lesen.de