Kategorie: Typografie

  • Optimale Wortabstände bei Schriftmischung in einem Absatz

    Schriften weisen teilweise sehr große Unterschiede in der Dickten-(= Breiten-)Definition des Wortzwischenraumes (space) auf. Wenn Sie zwei Schriften mit stark unterschiedlicher Wortzwischenraum-Dickte gemeinsam in einem Absatz mischen wollen, stoßen Sie an eine unangenehme Grenze von InDesign: Die Definition der Abstände (justification) – wie minimaler, optimaler, maximaler Wortabstand – ist in InDesign ausschließlich Absätzen und Absatzstilvorlagen vorbehalten. Korrekt ist dieses Verhalten nicht, denn die Wortabstände sind immer abhängig von der verwendeten Schrift, also eine eindeutig zeichenbasierte Definition.

    Workaround für bessere Wortabstände bei Schriftmischung

    Zeichnen Sie jeden Wortzwischenraum der Auszeichnungsschrift mit einer eigenen Zeichenstilvorlage aus – das geht über die Formatsuche des Suchen/Ersetzen-Dialogs am leichtesten –, in der Sie die horizontale Breite auf etwa 75% setzen (den spezifischen Wert für eine bestimmte Schriftart müssen Sie durch Tests ermitteln):

    Zeichenformatoptionen › Erweiterte Zeichenformate › Horizontal skalieren: 75%

    Damit erhalten Sie zwar mehr Zeichenstilvorlagen, aber auch wieder ein gleichmäßiges Satzergebnis der Wortzwischenräume.

    Ausgleich des Wortabstands durch Stilvorlagen
    Oben: Ohne Ausgleich der Wortzwischenräume; unten: durch Zeichenstilvorlage für die Wortzwischenräume ausgeglichen.
  • Initiale umfließen

    Viele typografische Feinheiten, die für den Setzer früher selbstverständlicher Teil der täglichen Arbeit waren, sind heute leider kaum noch zu sehen. Dazu gehört auch die korrekt umflossene Initiale.

    2-zeilge Initiale im Vergleich
    2-zeilige Initiale im Vergleich: unbearbeitet (links) und bearbeitet (rechts)

    Ich zeige Ihnen hier, wie Sie die von InDesign erzeugte einfache Initiale mit wenig Aufwand umfließen lassen können.

    2-zeilige Initiale

    Schritt 1
    Fügen Sie direkt vor und direkt nach der Initiale ein »Verbindung unterdrücken«-Zeichen ein (erreichbar z.B. über das Menü: »Schrift → Sonderzeichen einfügen → Andere → Verbindung unterdrücken« – zero width non-joiner, U+200C).

    2-zeilge Initiale, 1. Sonderzeichen einfügen
    Schritt 1: Einfügen der beiden Sonderzeichen (1) und (2)

    Schritt 2
    Setzen Sie den Cursor zwischen das erste »Verbindung unterdrücken«-Zeichen und die Initiale und nutzen das Kerning (Shortcuts: »Alt →« bzw. »Alt ←«), um die Initiale optisch korrekt mit der linken Satzkante auszurichten.

    2-zeilge Initiale, 2. Kerning linker Rand
    Schritt 2: Ausrichten der Initiale zur linken Satzkante

    Schritt 3
    Setzen Sie den Cursor zwischen die Initiale und das zweite »Verbindung unterdrücken«-Zeichen und nutzen das Kerning, um die unterste Grundtextzeile neben der Initiale optisch korrekt zur rechten Seite der Initiale auszurichten.

    2-zeilge Initiale, 3. untere Grundtextzeile ausrichten
    Schritt 3: Ausrichten der unteren Grundtextzeile zur Initiale

    Schritt 4
    Setzen Sie den Cursor zwischen das zweite »Verbindung unterdrücken«-Zeichen und den Grundtextanfang und nutzen Sie das Kerning, um die oberste Grundtextzeile neben der Initiale optisch korrekt zur rechten Seite der Initiale auszurichten.

    2-zeilge Initiale, 4. obere Grundtextzeile ausrichten
    Schritt 4: Ausrichten der oberen Grundtextzeile zur Initiale

    3-zeilige Initiale

    Führen Sie die Schritte (1)–(4) wie bei 2-zeiligen Initialen aus.

    Schritt 5
    Fügen Sie am Beginn der zweiten (oder weiteren) Grundtextzeile(n) ein weiteres »Verbindung unterdrücken«-Zeichen ein und richten damit die (jeweils) darunter liegende Zeile zur Initiale aus.

    3-zeilge Initiale, 5. Ausrichten weiterer Zeilen
    Schritt 5: Ausrichten weiterer Grundtextzeilen bei einer mehr als zweizeiligen Initale
    3-zeilge Initiale im Vergleich
    3-zeilige Initiale im Vergleich: unbearbeitet (links) und bearbeitet (rechts)

    Hilfe: Alles verrutscht!

    Wenn Sie ab der zweiten Grundtextzeile stark unterschneiden müssen, kann es passieren, dass das »Verbindung unterdrücken«-Zeichen und das erste Wort, bzw. ein Wortteil dessen, stark unterschnitten ans Ende der darüber liegenden Zeile rutscht. Arbeiten Sie dann mit Trennverbot (bedingter Trennstrich vor dem Wort) in Kombination mit dem Befehl »Kein Umbruch« für das nachfolgende Leerzeichen, um den Umbruch am Zeilenende nicht-destruktiv zu korrigieren und das »Verbindung unterdrücken«-Zeichen wieder an seine gewünschte Position zu bringen.

    Ans Herz gelegt: Shortcuts definieren

    Definieren Sie unbedingt Shortcuts für »Kein Umbruch« (z.B. »Apfel <«) und für Verbindung unterdrücken« (z.B. »Strg ´« – in Anlehnung an »Apfel ´« = »Einzug bis hierhin«), um schnell und effektiv arbeiten zu können.

    Warum eigentlich »Verbindung unterdrücken«?

    Statt des »Verbindung unterdrücken«-Zeichens können Sie auch ein beliebiges anderes Zeichen ohne feste Breite (zero width character) nutzen, z.B. den bedingten Trennstrich (damit können Sie übrigens auch in Quark XPress in diesem Zusammenhang arbeiten). Das »Verbindung unterdrücken«-Zeichen hat allerdings den Vorteil, dass es den Umbruch nicht beeinflusst und auch ohne Tricksereien (z.B. »Harter Zeilenumbruch« [\n]) direkt nach einem Leerzeichen als erstes Zeichen am Anfang einer Zeile stehen kann.

    Tipp:
    Notieren Sie sich die Werte für die Initiale einer Publikation in einer Liste. Damit behandeln Sie alle gleichen Fälle gleich und arbeiten schneller, indem Sie es vermeiden, die Werte für das Umfließen eines Initialbuchstabends mehrmals neu austüfteln zu müssen.

  • Wortzwischenraum

    Ein möglichst harmonisches Satzbild (eine optisch gleichmäßige »Grauwirkung«) ist das Ziel des hochwertigen Buchsatzes. Durch die Nutzung unterschiedlich breiter Wortzwischenräume (feste oder flexible) nähern wir uns diesem Ideal. Dabei sind zumindest zwei Punkte beachtenswert:

    Die optische Annäherung
    Ein Punkt am Ende eines Satzes darf ruhig einen optisch größeren Raum verursachen: Er ist das Ende einer abgeschlossenen Sinneinheit und es beginnt die nächste. Aber Abkürzungen innerhalb eines Satzes sollten sich unauffällig integrieren. Hier hilft nur, den Wortzwischenraum der Abkürzung so weit zu reduzieren (also in der Breite zu verringern), bis er optisch dem normalen Wortzwischenraum ähnelt.

    Das Zusammenhalten semantischer Einheiten
    Ferner sollten semantische Einheiten (also Sinneinheiten) innerhalb eines Satzes am Zeilenende nicht unschön aufgetrennt werden (z.B. »6 ‹Zeilenumbruch›Kilometer« – oder gar als Abkürzung: »6 ‹Zeilenumbruch›km«). Hier versuchen wir, durch den geschickten Einsatz von geschützten Wortzwischenräumen ein Umbrechen zu verhindern.

    Klassifikation der Abstände (Zwischenräume)

    KürzelBeschreibungSatztechnik
    WZRWortzwischenraum 
    (Keil, Space, Leerzeichen, Leerschritt, Leerstelle, Leer, Abstand, Zwischenraum)
    Basiswert in »Abstände« – Wortabstand, Optimal: 100% (an Schriftart angepasst)
    gWZRGeschützter WZR 
    (= flexibel, nicht-trennend)
    Bis InDesign CS2:
    Zeichenstil: ‹Kein Umbruch› aktiviert (in: »Grundlegende Zeichenformate«)
    Ab InDesign CS3:
    programminternes Zeichen »Geschütztes Leerzeichen« nutzen
    RedWZRReduzierter WZR 
    (= flexibel, trennend, verringert)
    Zeichenstil mit verringerter Schriftbreite (an Schriftart angepasst)
    gRedWZRGeschützer RedWZR 
    (= flexibel, nicht-trennend, verringert)
    Bis InDesign CS2:
    Zeichenstil: ‹Kein Umbruch› aktiviert; verringerte Schriftbreite (an Schriftart angepasst)
    Ab InDesign CS3:
    Programminternes Zeichen »Geschütztes Leerzeichen« und Zeichenstil mit verringerter Schriftbreite (an Schriftart angepasst)
    Festabstand

    Festwert
    (Spatium, Festabstand, Gevierte; = fester, nicht-trennender Abstand, wird im Blocksatz nicht ausgetrieben)

    Programminterne Gevierte verwenden: 
    1/1 – 1/2 – 1/4 – 1/6 – 1/8 – 1/24 – usw. (je nach Anwendungsfall)

    Verwendung

    Die verschiedenen Zwischenräume werden genutzt, um semantisch zusammengehörige Worteinheiten bzw. Abkürzungen optisch anzunähern und ein unschönes Auftrennen am Zeilenende zu vermeiden. Verschiedene Wort-(Zahl-)Kombinationen weisen ein unterschiedlich starkes Streben nach innerem Zusammenhalt auf:

    Rang
    (im Streben nach Einheit)
    BeispieleSatztechnik
    1   o [= wenig]sechs KilometerWZR
    2   +6 KilometergWZR
    3   ++griech. PhilosophRedWZR
    4   +++2. Weltkrieg
    z. B.
    gRedWZR
    5   ++++ [= stark]100 000
    20 000
    50 %
    Festwert 1/8 Geviert

    Beispiele

    • Hrg. v. Hugo Ernst   →   Hrg.[gRedWZR]v.[RedWZR]Hugo Ernst
    • J. R. R. Tolkien   →   J.[gRedWZR]R.[gRedWZR]R.[RedWZR]Tolkien
    • er soll / sie sollte   →   er soll[gRedWZR]/[RedWZR]sie sollte
    • er sollte/wollte   →   er sollte/wollte
    • Mr. Green   →   Mr.[gRedWZR]Green
  • Gemeine zwischen mehreren Versalien – was tun?

    KGaA, UdSSR … die Mischform aus mehreren Versalien und Gemeinen in einem Wort begegnet uns doch hin und wieder mal im Satz. Wir haben gelernt, Versalien kleiner zu setzen und anzusperren, dass sie besser lesbar werden und sich optisch besser in die Zeile einfügen. Für die Behandlung von Versalien gilt: eigene Zeichenstilvorlage anlegen

    Versalien (in Grundschriftgraden, je nach Schrift):
    – etwa 0,5 pt (oder 95%) kleiner
    – +35 bis +50 in InDesign ansperren (respektive +7 bis +10 in Quark)

    Versalien findet man in InDesign (und anderen GREP-fähigen Programmen) leicht mit der folgenden GREP-Suche:

    Versalien-GREP: \u\u+
    Vergleich Versalien ohne und mit Optimierung.
    Optimierte Versalien (rechts) fügen sich angenehmer ins Satzbild.

    Wie behandle ich KGaA oder UdSSR typografisch korrekt?

    Aber was ist mit Kombinationen wie KGaA und UdSSR? Da findet die Versalien-GREP-Suche nur Teile des Wortes: KGaA → KG  oder  UdSSR → SSR.

    Wenn Sie so die Versal-Stilvorlage anwenden, kleben die Gemeinen zu sehr an den nachfolgenden Versalien – »dSSR« – und die einzeln Versalien der Wortgruppe sind zu groß – »U« im Vergleich zu »SSR«. (Dargestellt in der linken Spalte in der unteren Abbildung.)

    Der nachfolgende GREP findet die gemischten Worte ebenso wie einfache CamelCase-Worte (also Worte, die ein Anfangs- und ein Binnen-Versal aufweisen wie »MacLeod«):

    CamelCase-GREP: \u\u*\l+\u+

    Meine Empfehlung für die korrekte typografische Umsetzung:

    • Auf einzelne Versalien der Buchstabengruppe ebenfalls die Versalien-Stilvorlage anwenden.
    • Gemeine in der Gruppe in voller Grundschriftgröße belassen, aber wie umgebende Versalien ansperren.

    Dadurch erreichen Sie ein optimales Satzbild:

    Optimierung mit Gemeinen gemischter Versalien.
    Mit Gemeinen gemischte Versaliengruppen benötigen eine eigene Optimierung (rechts).
  • Kapitälchen statt Versalien? Lieber Versalien!

    Kapitälchen statt Versalien

    Ab und zu sehe ich in Texten Kapitälchen als Auszeichnung, wo der Autor im Manuskript Versalien vorgesehen hatte:

    Kapitälchen in Texten
    Kapitälchen in Texten

    So sehr ich es grundsätzlich begrüße, die vom Autoren gewählten Auszeichnungen im Text kritisch zu hinterfragen (denn ab und an ist eine andere Auszeichnung besser geeignet bzw. illustriert die benötigte Art der Auszeichnung besser), bevorzuge ich grundsätzlich Versalien.

    Die Lehrmeinung

    Kapitälchen fallen im Satzbild weniger auf (haben weniger Gewicht) als der Satz von Versalien, welche als starke (auch: laute oder schwere) Auszeichnung eingestuft werden. Das gleichmäßige Auf und Ab von Ober- und Unterlängen um die Mittellänge herum in den Zeilen verändert sich: Setze ich eine Zeile nur Versalien, monotonisiert sich die Zeile und erzeugt eine stärkere Grauwirkung, denn alle Versalien benötigen durchgängig Mittel- und Oberlänge; sie »knallen« hervor und lenken damit das Auge ab.

    Kapitälchen – Pro und Contra

    Kapitälchen werden klassischerweise für die Hervorhebung von wichtigen Namen (wichtige Persönlichkeiten, Schiffsnamen usw.) in Sachbüchern und anderen nicht-fiktionalen Werken verwendet.

    +
    Kapitälchen sind in der Auszeichnung leiser, verändern durch ihr Auf und Ab (auch wenn Ihnen Unterlängen fehlen) nicht so stark die Grauwirkung der Zeile und fügen sich somit besser ein.
    +
    Kapitälchen wirken grundsätzlich edel, elegant und besonders.

    –
    Kapitälchen sind kleine Versalien. Versalienworte sind etwas schlechter zu lesen als Groß- und Kleinschreibung; kleine Versalien sind natürlich noch etwas schlechter zu lesen (und müssen deshalb auch leicht angesperrt werden!)
    –
    Mag der Satz von Kapitälchen bei wenigen Buchstaben sich noch gut ins Satzbild einfügen, erzeugt er bei mehreren aufeinander folgender Worten doch wieder unschöne Graustufenveränderungen des Satzbildes – vor allem, wenn auch noch die Großbuchstaben der Kapitälchen durch die Kleinbuchstaben ersetzt worden sind. Die Lesbarkeit leidet dann stark.
    –
    Mir stellen sich beim Einsatz von Kapitälchen statt Versalien sofort zwei Fragen: Was mache ich mit Kombinationen von Versalien und Gemeinen wie UdSSR, KGaA usw.? Und: Was mache ich mit Beugungsformen wie CDs, DVDs usw.? Ersteres verwirrt, zweiteres wirkt durch sein Aussehen grammatikalisch unsauber.

    Kapitälchen in Kombination
    Kapitälchen in Kombination mit Gemeinen (CamelCase) sehen unsauber, falsch aus.

    Versalien – Pro und Contra

    Versalien finden Anwendung für das Brüllen in der wörtlichen Rede, für besonders wichtige Informationen, in (edlen) Urkunden und auf Grabsteinen (Letzteres sollte man beim Typografieren von Texten nie vergessen und sich immer fragen, ob Versalien an dieser Stelle auch wirklich angebracht sind!).

    +
    Versalien wirken gravitätisch, wichtig, auch edel.
    +
    Kombinationen aus Versalien und Gemeinen (UdSSR, KGaA usw.) und Beugungsformen (CDs, DVDs usw.) sind eindeutig und klar.

    –
    Versalien sind eine schwere, laute Auszeichnung und stören durch ihre Größe und Monotonie die gleichmäßige Grauwirkung des Satzbildes – vor allem bei langen Versalpassagen.
    –
    Versalien sind grundsätzlich etwas schlechter lesbar als das Groß und Klein eines Textes und müssen deshalb leicht gesperrt werden.

    Fazit

    Beide haben also Ihre Vor- und Nachteile (bei langen Passagen sind beide sehr unschön), aber bei Verwendung von Kapitälchen statt Versalien haben die Kapitälchen meiner Meinung nach einfach zu viele Nachteile (schlechtere Lesbarkeit langer Passagen, Verwirrung bei Kombinationen von Versalien und Gemeinen und Beugungsformen). Ergo: Ich stehe zu Versalien!

    Um aber die negativen optischen Effekte von Versalien zu reduzieren und sie damit besser ins Satzbild zu integrieren, müssen sie leicht verkleinert und leicht angesperrt gesetzt werden. Das gilt für alle Versalienstrecken im Text, bei denen zwei oder mehr Großbuchstaben in einem Wort direkt hintereinander stehen (GREP-Suche: \u\u+).

    Die Verkleinerung lässt die Versalien optisch nicht ganz so stark ins Gewicht fallen; sie fügen sich damit einfach besser ins Satzbild. Doch Vorsicht: Mit einer zu starken Verkleinerung erhalten wir schnell den gleichen negativen Effekt wie bei falschen Kapitälchen – die Strichstärke der verkleinerten Versalien weichen dann zu stark von den Strichstärken der normalen Schriftgröße ab; die Versalien wirken abgemagert und nicht mehr integriert.
    Richtwert: Die Versalworte etwa 8–5% kleiner setzen als der eigentliche Textstil. (Die genauen Werte hängen stark von der verwendeten Schriftart und Schriftgröße ab.)

    Die Ansperrung erhöht die Lesbarkeit von Versalien und gleicht unschöne Zeichenabstände, die bei Versalien leicht entstehen, etwas aus. (Streng genommen müssen alle Versalien per Hand ausgeglichen werden. Vor allem in Überschriften und großen Schriftgrößen ist das auch nach wie vor obligatorisch!) Die Sperrung soll nicht als gesperrt wahrgenommen werden (das wäre schon wieder eine Auszeichnungsart für sich), darf also nicht zu stark sein, denn starke Sperrung vermindert wieder die Lesbarkeit.
    Richtwert: Die Versalworte etwa 30–80 Einheiten (1/1000stel Geviert = InDesign-Einheiten) weiter angesperrt setzen als der eigentliche Textstil – wobei längere Passagen auch eher etwas weiter gesperrt sein sollten, also etwa 50–100 Einheiten. (Die genauen Werte hängen auch hier wieder stark von der verwendeten Schriftart und Schriftgröße ab.)

    Gute Startwerte für das Finden der optimalen Zurichtung von Versalkombinationen bei einer 10-pt-Schrift in InDesign sind:
    Größe:  9,5 pt
    Sperrung:  +50