Kategorie: Satztechnik

  • InDesign-Scripte: Navigation zwischen Druckbögen (spreads) aller offenen Dokumente

    In Anlehnung an einen meiner früheren Beiträge zum synchronen Blättern in allen geöffneten PDFs innerhalb Acrobats möchte ich heute vier InDesign-Scripte veröffentlichen, die die gleiche Funktionalität in InDesign bereitstellen.

    [Version v1.0, als zip verpackt, 1,4 kB]

    Die Scripte habe ich aus einer öffentlich zugänglichen Quelle geladen (ich weiß leider nicht mehr aus welcher) und lediglich auf meine Bedürfnisse angepasst.

    Funktionalität der Scripte im Einzelnen

    Die Druckbogen-(spreads-)Ansicht aller geöffneten InDesign-Dokumente springt …

    … auf den ersten Druckbogen:AllWindowsfirstSpread.jsxStrg Wahl Pos1
    … auf den letzten Druckbogen:AllWindowslastSpread.jsxStrg Wahl Ende
    … auf den nächsten Druckbogen:AllWindowsnextSpread.jsxStrg Wahl Bild-ab
    … auf den vorherigen Druckbogen:AllWindowsprevSpread.jsxStrg Wahl Bild-auf

    In der dritten Spalte finden Sie den Shortcut, den ich bei mir eingerichtet habe. Das ist natürlich nur ein Vorschlag und beliebig veränderbar.

    Scripte installieren

    Hier möchte ich auf Haeme Ulrichs Blog verweisen, der dies sehr gut dargestellt hat: https://publishingblog.ch/indesign-script-installieren/

  • Acrobat-Script: Formatierung in Kommentaren auszeichnen

    English readers:
    For an english version of this page, please visit the GitHub repository page here: https://github.com/TobiasWantzen/CommentFormattingToText
     

    Mit diesem von mir entwickelten Javascript können Sie alle Formatierungen in Acrobat-Kommentaren in getaggten Text umwandeln. Diese werden als reiner Text in das InDesign-Panel »PDF-Kommentare« transportiert und können bei der Korrektur berücksichtigt werden, ohne zwischen InDesign und Acrobat hin und her wechseln zu müssen.

    › Direkt zum Download

    Warum dieses Script?

    Korrektor:innen ersetzen auch immer wieder eine Korrekturstelle durch neuen, teils umfangreicheren Text. In diesen neuen Texten werden auch Formatierungen genutzt: bold, italic, unterstrichen, durchgestrichen, hoch-/tiefgestellt, Farbe, Schriftart, Schriftgröße in allen beliebigen Kombinationen – zumal hier auch gern Textteile per Copy & Paste aus einer Textverarbeitung in das Kommentarfeld übertragen werden.

    Kommentare in Acrobat sind Rich-Text-Felder, können also Formatierungen enthalten, werden in das InDesign-Panel »PDF-Kommentare« aber leider nur als reiner Text übertragen (Stand heute, 6. Juli 2021, bis inklusive InDesign 2021). Damit geht die gesamte Formatierung verloren, ohne dass es der Korrekturausführende merkt. Er muss immer wieder zwischen InDesign und Acrobat wechseln und aufmerksam die Kommentare in Acrobat anschauen, um ja keine Formatierung zu übersehen.

    Das Script schafft hier einen Workaround und richtet sich an die Korrekturausführenden: Sobald ein Korrekur-PDF vorliegt, können per Script die gesamten Formatierungen in den Kommentaren in getaggten Text umgewandelt werden.

    Acrobat vor und nach Skriptlauf
    Acrobat-Kommentare vor (links) und nach (rechts) dem Scriptlauf

    Damit sind nach dem PDF-Kommentar-Import alle Kommentar-Formatierungen im InDesign-Panel (und in den ausgeführten Korrekturstellen) sichtbar.

    InDesign ohne und mit getaggten Kommentaren
    Das InDesign-Panel »PDF-Kommentare« ohne (links) und mit (rechts) per Script vorbereiteten Kommentaren

    Kostenloser Download

    Laden Sie das kostenlose Script zum Auszeichnen der Kommentar-Formatierungen in Acrobat hier herunter:

    [Version v1.0, als zip verpackt, 3kB]

    Sie finden das Script nun auch auf GitHub.

    Nutzung

    Nach der Installation finden Sie das Script im neuen Acrobat DC mit einem Klick auf die Symbolleiste:
    »Werkzeuge > Add-ons / Zusatzprogramme«.

    Das Script zeichnet alle Formatierungen in den Kommentaren nach folgendem System aus:

    ikursiv (italic)
    bhalbfett (bold)
    uunterstrichen (underline)
    sdurchgestrichen (strikethrough)
    subtiefgestellt (subscript)
    suphochgestellt (superscript)
    • Die Tags werden zur besseren Sichtbarkeit in doppelt-geschweifte Klammern gehüllt, z.B. {{i}}Text in kursiv{{/i}}.
    • Mehrfachauszeichnungen werden durch ein „-“ getrennt zusammengehängt, z.B. {{b-i}}Text in halbfett und kursiv{{/b-i}}.
    • Wenn der Fettungsgrad der Schrift nicht 700 (= halbfett/bold) ist, wird der Fettungsgrad an das b-Tag angefügt (400 = normal/regular wird ignoriert), z.B. {{b600}}Text in viertelfett/semi-bold{{/b600}}.

    In InDesign können die Formatierungen nach der Korrekturausführung entweder per Hand oder mittels GREP gesucht und korrigiert werden.

    Als eine mögliche Basis kann dieser GREP dienen:

    GREP Suche: \{\{([biusbpan\d-]+\}\})(.+)\{\{/\1
    GREP Ersetze: $2

    Damit springen Sie einzeln von einem Vorkommen der Format-Tags zum nächsten. Der GREP löscht lediglich die Format-Tags. Als Arbeitsablauf würden sich die Schritte 1–3 so lange wiederholen bis keine Format-Tags mehr gefunden werden:

    1. Springe zum nächsten Vorkommen.
    2. Ersetze.
    3. Zeichne per Hand mit der korrekten Zeichenstilvorlage aus.

    Senden Sie mir gern Feedback oder Verbesserungsvorschläge zu!

    Installation

    Nutzen Sie bitte die Installationsanleitung auf GitHub:
    https://github.com/TobiasWantzen/CommentFormattingToText#installationsanleitung

  • Kapitelsenkung in InDesign – vier Optionen

    Kapitelsenkung in InDesign – vier Optionen

    Wie erreiche ich in InDesign eine Kapitelsenkung, ohne den Haupt-Textrahmen mit der Hand anzufassen und damit einen Umbruch ohne manuellen Eingriff zu ermöglichen?

    Ich möchte Ihnen anschließend vier praktikable Methoden erläutern. Welche Methode am besten zu Ihrer Arbeitsweise passt, können nur Sie selbst entscheiden. Alle führen zum Ziel, eine automatische Kapitelsenkung zu erhalten. Ich selbst nutze die versteckte Absatzlinie (Option 4), weil sie am einfachsten einzurichten und zu handhaben ist.

    In dieser InDesign-Datei werden alle Optionen dargestellt:

    [IDML für alle InDesign-Versionen, 59kB]

    Option 1: Leerzeile vor der eigentlichen Überschrift

    Die Eingabe einer »Senkungs-Leerzeile« vor der eigentlichen Kapitelüberschrift ist die erste Möglichkeit, die ich vorstellen möchte. Diese Leerzeile erhält eine Absatz-Stilvorlage, die in den Umbruchoptionen das Verhalten »neuseitig«, »neuseitig rechts« oder »neuseitig links« und den Abstand nach unten zur Kapitelüberschrift, also die Senkung, regelt.

    Nachteil: Es gibt eine Leerzeile, die dort inhaltlich nicht hingehört und für einen Textexport wieder entfernt werden muss. Wer das vermeiden möchte, greift besser eine der nachfolgenden Techniken auf, die ohne zusätzliche Zeichen im Satz auskommen.

    Option 2: Grundlinienversatz

    Regeln Sie in der Stilvorlage, die dem letzten Absatz Ihrer Überschrift zugewiesen ist, den Abstand zum Grundtext und senken damit den Grundtext auf seine vorgesehene Position. Weisen Sie dann allen Absatz-Stilvorlagen Ihrer Überschrift einen Grundlinienversatz zu, um die gesamte Überschrift nach Ihrem Wunsch zu positionieren.

    Nachteil: Die Arbeit mit Grundlinienversatz kann unübersichtlich sein, denn der Bearbeitungs-Cursor in InDesign steht immer dort, wo ihr Text ohne den Versatz stünde. Korrekturstellen sicher zu treffen, ist damit manchmal umständlich.

    Option 3: Übergroßer Schriftgrad mit prozentualer Verkleinerung

    Wählen Sie für den ersten Absatz Ihrer Überschrift eine übergroße Schriftgröße (z. B. 162 pt) und skalieren diese in den erweiterten Zeichenformaten prozentual auf die eigentliche Größe der Überschrift herunter (z. B. 12,35 %).

    Nachteil: Diese Methode versucht, den Nachteil der Textkorrektur beim Grundlinienversatz auszugleichen, ist meiner Meinung nach allerdings in der Einrichtung recht umständlich.

    Option 4 (mein Favorit): Unsichtbare Absatzlinie

    Mein klarer Favorit, weil am einfachsten einzurichten und zu handhaben: Aktivieren Sie in der Stilvorlage, die dem ersten Absatz Ihrer Überschrift zugewiesen ist, eine Absatzlinie darüber mit Farbe »[Ohne]« und der Option »Im Rahmen belassen«. Anschließend können Sie über den Versatz dieser Absatzlinie den Abstand zur oberen Textrahmenkante definieren.

    Sollten Sie in »Textrahmenoptionen › Grundlinienoptionen« als Versatz für die erste Grundlinie »Fester Wert« gewählt haben, wird die Absatzlinie nicht im Textrahmen verbleiben. Für diese Variante der Kapitelsenkung müssen Sie entsprechend eine der anderen Grundlinienoptionen wählen.

  • Berechnung x-facher Zeilenabstände in Microsoft Word

    Die Berechnung der x-fachen (mehrfachen) Zeilenabstände in Microsoft Word entpuppt sich als Herausforderung: Ich wollte eine Microsoft-Word-Vorlage erstellen, die Flexibilität in der Schriftgröße ermöglicht. Das Layout gab PT Serif Regular 10pt/15pt vor. Word bietet die Möglichkeit, Zeilenabstände sowohl fest (»genau«) als auch flexibel (»Einfach« usw. bis »Mehrfach«) einzugeben.

    Falsche Grundannahme

    Man möchte annehmen, dass in Microsoft Word ein 1-facher Zeilenabstand bei einer 10-pt-Schrift genau 10 pt entspricht und ich demzufolge 10pt/1,5-fach einstellen müsste, um meiner Layout-Vorgabe folgend genau 15pt Zeilenabstand (ZAB) zu erhalten.

    Dem! ist! nicht! so!

    Nach kurzen Tests war klar: Word benutzt zur Berechnung des flexiblen Zeilenabstands bestimmte metrische Font-Attribute und die Schriftgröße. Das bedeutet: 1-facher Zeilenabstand ist je nach gewählter Schrift und Schriftgröße ein anderer absoluter Wert. Aber welche Werte werden zur Berechnung benutzt?

    Internetsuche

    Die Suche im Internet bestätigte zunächst mein vages Ergebnis recht amüsant (»defaults somewhere a little south of«):

    Antwort von Eric Life-Putnam auf: How does Microsoft Word calculate the amount of line spacing?
    Quelle: https://www.quora.com/How-does-Microsoft-Word-calculate-the-amount-of-line-spacing (abgerufen am 21.08.2017)

    Und brachte mich anschließend auf diese wundervolle Aussage eines Microsoft-Mitarbeiters:

    Antwort von Tarun Chopra auf: How to calculate line height in single line spacing paragraph?
    Quelle: https://social.msdn.microsoft.com/Forums/en-US/6198f5be-3bb6-4ebf-9f2e-35447d087b45/how-to-calculate-line-height-in-single-line-spacing-paragraph?forum=os_binaryfile#45a6e6b4-929a-4aeb-97dc-5e1df5d9f0e9 (abgerufen am 21.08.2017)

    Jede Office-Anwendung kalkuliert also den x-fachen Zeilenabstand anders. Und jede Version ein jeder Office-Anwendung eventuell ebenfalls.

    So geht’s … zumindest in meiner Anwendungsumgebung

    Nach weiterem Testen und Tüfteln habe ich diese Formel aufgestellt, die bisher in meiner Anwendungsumgebung (MS Word 2010 für Windows, Version 14.0.7184.5000) präzise Ergebnisse liefert:

                          Fontsize [pt] * ( WinAscent + | WinDescent | )
    1-fach-ZAB [pt]  =  --------------------------------------------------
                                               UPM

    WinAscent und WinDescent stammen aus der OS/2-Tabelle eines Fonts (os2.usWinAscent, os2.usWinDescent: https://www.microsoft.com/typography/otspec/os2.htm#wa).
    UPM (Units per EM, Einheiten pro Geviert) stammt aus der HEAD-Tabelle (head.unitsPerEm: https://www.microsoft.com/typography/otspec/head.htm).

    Wollen wir also für einen Font bei vorgegebener Schriftgröße und festem Zeilenabstand den Wert berechnen, den wir in das Feld »Mehrfach« in Word eintragen müssen, hilft uns diese Formel (eine Kombination der oben dargestellten mit simplem Dreisatz):

                                   ZAB [pt] * UPM
    x[-fach]  =  --------------------------------------------------
                   Fontsize [pt] * ( WinAscent + | WinDescent | )

    Ein Beispiel:

    Die PT Serif Regular hat folgende Font-Metriken:

    head.unitsPerEm = 1000
    os2.usWinAscent = 1039
    os2.usWinDescent = -286

    Bei gewünschten 10pt/15pt ergibt sich:

                           15 * 1000
    x[-fach]  =  ----------------------------  =  1,132-facher Zeilenabstand in Word
                   10 * ( 1039 + | -286 | )

    Und siehe da: Es passt.

  • [Keine Sprache] – Retter für Internetadressen (URLs) im Satz

    Internetadressen (URLs) stellen im Satz eine besondere Herausforderung dar. Sie sollten ausschließlich an Interpunktionszeichen innerhalb der URL getrennt werden, also keine automatische oder manuelle Silbentrennung innerhalb eines Wortes der URL aufweisen.

    In InDesign können wir die Silbentrennung leider nicht zeichenbezogen, sondern nur absatzbezogen steuern. Bevor aber jede Adresse einzeln gesucht und manuell bearbeitet werden muss: Es ist möglich, alle URLs eines Dokuments per GREP zu finden und mit einem speziell eingerichteten Zeichenformat zu belegen. Dabei hilft uns vor allem die Auswahl [Keine Sprache] der Textsprache in der Stilvorlage.

    GREP zum Finden von URLs

    Es gibt leider bisher keinen 100%ig zuverlässigen GREP, um Webadressen aufzuspüren und zu markieren, sodass per Suchen/Ersetzen jede vermeintliche URL angefahren, die Auswahl der Fundstelle gegebenenfalls nachjustiert und dann der Zeichenstil zugewiesen werden muss. Derzeit nutze ich diesen GREP zum Finden von URLs (schreiben Sie mir gern sofort, wenn Sie einen besseren haben!):

    (http|ftp)?(s?://)?[@a-zA-Z0-9.-]{1,256}\.[a-z]{1,6}\S*[^ \)\}\]!?.,;:\r(")(')]

    Anmerkung:  Zusammen mit René Andritsch habe ich einen neuen GREP entwickelt, der deutlich treffsicherer ist, und deshalb den ursprünglich auf dieser Seite dargestellten GREP ersetzt. Lesen Sie unbedingt auch seinen Blog-Eintrag zum Thema.

    Zeichenstilvorlage einrichten

    Erweiterte Zeichenformate › Sprache:  [Keine Sprache]

    Mit der Einstellung [Keine Sprache] für die URLs gibt es auch kein zugeordnetes Trennprogramm und damit keine Silbentrennung, auch wenn die Silbentrennung für den Absatz aktiviert ist.

    Verwendung von [Keine Sprache] in InDesign
    Oben: URL wird unzulässig umbrochen. Unten: [Keine Sprache] ist via Zeichenstilvorlage für die URL aktiviert; damit umbricht sie nur noch an den Interpunktionsstellen.

    Grundsätzlich eignet sich dieses Vorgehen für alle Textarten und -teile, die Sie nicht getrennt haben möchten wie URLs, Firmennamen, Codefragmente im Fließtext usw.

    Es gibt noch ein paar weitere Auswirkungen, die aber für den Satz von gelieferten Manuskripten nur marginale Bedeutung haben (z.B. wirkt die automatische Ersetzung typografischer Anführungszeichen bei der Texterfassung in InDesign nicht – auch diese sind sprachabhängig).

    Seltsames Verhalten einzelner Fonts bei [Keine Sprache]

    Bei Verwendung von [Keine Sprache] sollten Sie sicherstellen, dass Ihr Font das gewünschte Verhalten zeigt. In einem meiner Projekte kommt die FF Scala zum Einsatz. Bei der Auszeichnung von Internetadressen passiert dabei folgendes:

    [a]
    Das metrische Kerning der Scala wirkt nicht mehr. Vergessen Sie in einem solchen Fall nicht, zusätzlich zu [Keine Sprache] das optische Kerning zu aktivieren (und die Laufweite entsprechend dem Grundtext anzupassen – optisches Kerning führt häufig zu weiterem Lauf des Textes).

    [b]
    Mit [Keine Sprache] ignoriert die Scala alle zusätzlich gewählten OpenType-Features und wird ausschließlich mit seinen Standard-Features dargestellt. Z.B. gehen die als Zusatzfeature eingestellten proportionalen Versalziffern verloren und die Scala wechselt zu den Standard-Mediaevalziffern. Der Zeichenstil muss dann für die Ziffern in den URLs anschließend wieder deaktiviert werden.

    [Keine Sprache]: Verlust des verändert eingestellten OpenType-Zahlenformats
    [Keine Sprache]: Verlust des verändert eingestellten OpenType-Zahlenformats bei der Scala

    Glücklicherweise sind nur wenige Fonts von diesem Phänomen betroffen.

  • Interpunktionen und Sonderzeichen eingeben unter Windows, MacOS und Linux

    Eine exzellente Übersicht, wie Interpunktionen und Sonderzeichen unter den Betriebssystemen Windows, MacOS und Linux einzugeben sind, finden Sie auf dieser auch sonst empfehlenswerten Seite:

    http://typefacts.com/tastaturkuerzel

  • InDesign: Bei Bildern oder Objekten im Bund Blitzer vermeiden

    Bilder und Grafik-Objekte, die wir auf rechten Seiten mit »X: 0 mm« direkt im Bund beginnen lassen, können (es passiert nicht immer) bei der PDF-Ausgabe auf der gegenüberliegenden linken Seite Blitzer am Beschnittrand erzeugen – und das, obwohl im PDF-Export der Anschnitt für »Innen« ebenfalls auf »0 mm« eingestellt ist.

    Ausgangslage in InDesign: Ein dreiseitig randabfallendes Bild, das im Bund beginnt
    Ausgangslage in InDesign: Ein dreiseitig randabfallendes Bild, das im Bund beginnt
    Ergebnis in Acrobat: ein Blitzer auf der linkengegenüberliegenden Seite
    Ergebnis in Acrobat: ein Blitzer auf der linkengegenüberliegenden Seite

    Wenn Sie solche Blitzer vermeiden wollen, schieben Sie das Bild um »+ 0,0001 mm« aus dem Bund heraus:

    InDesign-Trick: Element minimal aus dem Bund herausschieben

    Aufgrund der gerundeten Darstellung für das Nutzerinterface wird InDesign weiterhin »X: 0 mm« anzeigen, obwohl der echte Wert nun »X: 0,0001 mm« ist. Die Verschiebung ist für Druck und Weiterverarbeitung bedeutungslos, liefert aber blitzsaubere PDFs.

    Nach dem InDesign-Trick ist die linke Seite frei von Blitzern im Bund
    Nach dem InDesign-Trick ist die linke Seite frei von Blitzern im Bund

     

  • Acrobat-Script: Geöffnete PDFs synchron blättern

    Mit diesem von mir entwickelten kostenlosen Javascript können Sie alle geöffneten PDFs in Acrobat (Vollversion oder Reader) gleichzeitig (synoptisch) vorwärts- oder rückwärtsblättern.

    Kostenloser Download

    Laden Sie das kostenlose Script zum gleichzeitigen Blättern aller offenen PDFs hier herunter:

    [Version v03, als zip verpackt, 5kB]

    Installation

    Das Script funktioniert nur, wenn Sie es in einem der Acrobat-JavaScript-Ordner platzieren.

    Für Windows:

    • Legen Sie das entpackte Script in diesen (bzw. in der Vollversion gleichlautenden) Ordner:
      C:\Programme (x86)\Adobe\Acrobat Reader DC\Reader\Javascripts\
    • Starten Sie Acrobat neu.

    Für Mac:

    • Gehen Sie im Finder zu Ihrer Acrobat.app im Programme-Ordner.
    • Klicken Sie mit der rechten Maustaste auf die Acrobat.app und wählen Sie »Paketinhalt anzeigen«, um das Innere der Applikation anzuzeigen.
    • Navigieren Sie innerhalb der App in das Verzeichnis:
      Acrobat.app/Contents/Resources/JavaScripts/
    • Platzieren Sie das Script dort und starten Sie Acrobat neu.

    Alternativ:
    Nutzen Sie die Acrobat-eigene Javascript-Konsole:

    • Tasten Sie Ctrl-J (Windows) bzw. Cmd-J (Mac), um die Konsole aufzurufen.
    • Tippen Sie eine der folgenden Zeilen ein und bestätigen Sie mit Shift-Return oder der Enter-Taste des Nummernfelds:
      app.getPath(„app“,“javascript“);
      oder
      app.getPath(„user“); (Hier müssen Sie evtl. den Ordner „JavaScripts“

    Auf diese Weise erfahren Sie, unter welchem Pfad Sie das Script auf Ihrem Rechner ablegen können. Den »user«-Ordner teilen sich übrigens Acrobat und Acrobat Reader.

    Nutzung

    Nach der Installation finden Sie das Script …

    • … im Menü »Anzeige« mit den beiden obersten Einträgen »Alle PDFs: […]«.
    • … über »Anzeige > Werkzeuge > Zusatzprogramme« als Werkzeugleiste.
    • … im neuen Acrobat DC mit einem Klick auf die Symbolleiste: »Werkzeuge > Add-ons / Zusatzprogramme«.

    Senden Sie mir gern Feedback oder Verbesserungsvorschläge zu.

    InDesign-Goodie

    Beachten Sie auch meinen neuen Beitrag zur gleichen Funktionalität in InDesign.

  • Optimale Wortabstände bei Schriftmischung in einem Absatz

    Schriften weisen teilweise sehr große Unterschiede in der Dickten-(= Breiten-)Definition des Wortzwischenraumes (space) auf. Wenn Sie zwei Schriften mit stark unterschiedlicher Wortzwischenraum-Dickte gemeinsam in einem Absatz mischen wollen, stoßen Sie an eine unangenehme Grenze von InDesign: Die Definition der Abstände (justification) – wie minimaler, optimaler, maximaler Wortabstand – ist in InDesign ausschließlich Absätzen und Absatzstilvorlagen vorbehalten. Korrekt ist dieses Verhalten nicht, denn die Wortabstände sind immer abhängig von der verwendeten Schrift, also eine eindeutig zeichenbasierte Definition.

    Workaround für bessere Wortabstände bei Schriftmischung

    Zeichnen Sie jeden Wortzwischenraum der Auszeichnungsschrift mit einer eigenen Zeichenstilvorlage aus – das geht über die Formatsuche des Suchen/Ersetzen-Dialogs am leichtesten –, in der Sie die horizontale Breite auf etwa 75% setzen (den spezifischen Wert für eine bestimmte Schriftart müssen Sie durch Tests ermitteln):

    Zeichenformatoptionen › Erweiterte Zeichenformate › Horizontal skalieren: 75%

    Damit erhalten Sie zwar mehr Zeichenstilvorlagen, aber auch wieder ein gleichmäßiges Satzergebnis der Wortzwischenräume.

    Ausgleich des Wortabstands durch Stilvorlagen
    Oben: Ohne Ausgleich der Wortzwischenräume; unten: durch Zeichenstilvorlage für die Wortzwischenräume ausgeglichen.
  • Textstellen im InDesign-Layout ausblenden

    Um Textstellen auszublenden, bietet InDesign seit CS4 die Funktion »Bedingter Text«. Doch spezielle Anforderungen wie Durchsuchbarkeit, Textexport ohne weitere manuelle Eingriffe usw. sind bei ausgeblendetem bedingten Text nicht möglich und benötigen kreative Workarounds. In diesem Artikel finden Sie Tricks, die Ihnen neue Impulse zur Lösung Ihrer speziellen Produktionssituation geben können.

    Sie können hier eine IDML-Datei zu diesem Artikel herunterladen:

    Ausblenden mit »Bedingter Text«

    Für Textteile, die im Printlayout nicht sichtbar sein dürfen, nutzen Sie üblicherweise die Funktion »Bedingter Text« (im Menü »Fenster« unter »Schrift und Tabellen › Bedingter Text«).

    Vorteile: Mit »Bedingter Text« lassen sich alle Zeichen – auch Absatzzeichen oder im Textfluss verankerte Objekte – über einen Klick auf das Auge-Symbol ein- oder ausblenden. Des Weiteren bleibt jede zeichenbasierte Formatierung erhalten.

    Nachteile: Wenn bedingte Texte ausgeblendet sind, lassen sie sich nicht mehr durchsuchen. Es gibt dann nur noch die Möglichkeit, den Text im InDesign-Layout zu lesen, indem Sie im Bildschirmmodus »Normal« (»Ansicht › Bildschrimmodus › Normal«) im Modus »Verborgene Zeichen einblenden« des »Schrift«-Menüs den Cursor über dem Sonderzeichen für bedingten Text ruhen lassen. Nach kurzer Zeit öffnet sich ein kleiner gelber Kasten (mouse over) mit dem Namen und dem Text der ausgeblendeten Bedingung.

    Ausgeblendeten bedingten Text kurzzeitig sichtbar machen
    So sehen Sie den Inhalt eines ausgeblendeten bedingten Textes: Schweben Sie einfach bei eingeblendeten verborgenen Zeichen bewegungslos mit dem Mauszeiger über der Marke für bedingten Text. Die richtige Stelle zu treffen, ist leider nicht ganz einfach.

    Auch sind ausgeblendete bedingte Texte in einem nachgelagerten (z.B. RTF-)Export auch wirklich nicht enthalten und müssen – sofern Sie als Text mitexportiert werden sollen – dafür immer manuell eingeschaltet werden.

    Trick 1: Textteile ohne »Bedingter Text« ausblenden

    Wollen Sie also ausgeblendete Texte durchsuchbar halten, müssen Sie mit einem Trick arbeiten, der vor den bedingten Texten in jedem Layoutprogramm zum Standardrepertoire eines Setzers gehörte:

    Erstellen Sie eine Zeichenstilvorlage z.B. mit dem Namen »hiddenText« oder erstellen Sie eine Variante der Absatzstilvorlage mit dem Namenszusatz »_hidden« und den folgenden Einstellungen:

    • Grundlegende Zeichenformate:   Schriftgröße 0,1pt;  Zeilenabstand 0pt;  Unterstreichen Aus;  Durchgestrichen Aus
    • Erweiterte Formate:   Schriftbreite 1%
    • Zeichenfarbe:   »[Ohne]«(!) für Füllung und Kontur

    Zeichnen Sie die betreffenden Textstellen mit der neuen Stilvorlage aus. Damit sind sie ausgeblendet, durch eine Suche in InDesign oder im PDF-Export aber weiterhin auffindbar. (Wollen Sie die Fundstelle nach dem Auffinden lesen, öffnen Sie in InDesign einfach den Texteditor über das Menü »Bearbeiten › Im Textmodus bearbeiten«.)

    Der große Nachteil der Nutzung einer Zeichenstilvorlage liegt auf der Hand: Alle zuvor auf Zeichenbasis veränderten Bereiche innerhalb Ihres versteckten Textes werden überschrieben. Wollen Sie die Formatierungen erhalten, benötigen Sie pro enthaltenem Zeichenstil eine Variante mit dem Namensanhängsel »_hidden« und müssen diese sorgfältig zuweisen.

    Außerdem lassen sich so keine verankerten Objekte ausblenden. Auch ganze Absätze verschwinden zu lassen, bedarf im Einzelfall noch ein wenig mehr Justage als allein »Zeilenabstand: 0pt«. Zu diesen beiden Anforderungen sind zwei weitere Tricks nötig …

    Übrigens:  Sollten Sie jetzt noch kleine graue Striche an den Stellen der ausgeblendeten Texte sehen: Das ist der Bildschirmdarstellung geschuldet. In der Separationsvorschau (zu finden über das Menü »Fenster« unter »Ausgabe › Separationsvorschau«) als dem Druck ähnlichste Bildschirmdarstellung oder einem exportierten PDF sind diese Berechnungsfragmente verschwunden.

    Trick 2: Zusätzlich verankerte Objekte ausblenden

    Wollen Sie auch ein verankertes Objekt in der Printausgabe verschwinden lassen, wählen Sie es mit dem Auswahlwerkzeug (schwarz gefüllter Pfeil in der Werkzeugpalette) an und verstecken es über den Menübefehl »Fenster › Ausgabe › Attribute: Nicht druckend«.

    Auch das können Sie in einem Objektstil, z.B. »hiddenObject«, mit den folgenden Einstellungen sichern:

    • Textumfluss und Sonstiges › Rubrik »Sonstiges«: Nicht druckend

    Auch hier gilt wieder: Pro verwendetem Objektstil brauchen Sie einen neuen mit dem Namenszusatz »_hidden«.

    Trick 3: Zusätzlich ganze Absätze ausblenden

    Ganze Absätze auszublenden funktioniert mit »Zeilenabstand: 0pt« nur dann, wenn Sie die Absätze nicht am Grundlinienraster ausgerichtet haben (Am Raster ausrichten: Ohne). Sofern Sie also üblicherweise am Grundlinienraster ausrichten, wird es etwas komplizierter:

    Weisen Sie der ersten Zeile des nachfolgenden Absatzes oder dem ganzen nachfolgenden Absatz einen Zeilenabstand zu, der mindestens 0,01pt kleiner ist als der Abstand des Grundlinienrasters. Idealerweise hinterlegen Sie das natürlich in der Definition der Absatzstilvorlage – hier die Beschreibung, um nur den Abstand der ersten Zeile zu verringern:

    • Erstellen Sie zunächst ein neues Zeichenstilformat, z.B. »ZABminus«, mit dem verringerten Zeilenabstand als einziger Einstellung (bei 12pt ZAB also mit 11,99pt oder weniger).
    • Definieren Sie dann in der betreffenden Absatzstilvorlage unter Initialen und verschachtelte Formate: Neues Zeilenformat »›ZABminus‹ für 1 Zeile«

    So wirkt sich der kleinere Zeilenabstand nur auf die erste Zeile des Absatzes aus und lässt diesen auf die Grundlinie des versteckten Absatzes »springen«.